Musik aus dem Tessin ... und Umgebung


Die inspirierende Quelle von Vent Negru ist das reiche Kulturgut von Liedern und Instrumentalstücken der südalpinen Volksmusik, die bis heute dank mündlicher Überlieferung und den Aufzeichnungen der ersten Nachforscher und Sammler erhalten blieb. Mit dem Kreiieren von neuen Bearbeitungen, stimuliert durch die Musikkultur unserer Zeit und mit unseren Kompositionen möchten wir dazu beitragen, der Volkskultur wieder Sinn, Tiefe und Wertschätzung zurückzugeben. Wir spielen bei Anlässen und in Konzerten an den unter-schiedlichsten Orten mit dem Wunsch, den Stil der Wandermusiker und Geschichtensänger aus vergangenen Zeiten würdevoll weiterzupflegen.

Seit Herbst 2017 geht unser musikalischer Weg im Trio weiter, zusammen mit dem jungen Musiker und Liedermacher Mattia Mirenda aus Lugano.

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 Mauro Garbani

Gesang, Organetto (diatonisches Akkordeon), Gitarre, Piva (Tessiner Dudelsack) und Okarina (Tonflöte)

Der Handwerker und Künstler stammt aus einer Bergbauernfamilie im Onsernonetal. Lernt autodidaktisch Gitarre und Organetto spielen und beginnt seine musikalische Aktivität in der Öffentlichkeit als Unterhalter bei lokalen Anlässen und in den Grotti der Umgebung. Die zunehmende Verbreitung kommerzieller Tessiner Folklore, die nichts zu tun hat mit der archaisch-authentischen Musik, mit der er aufgewachsen ist, drängen ihn und seine Musikerkollegen dazu, die Gruppe Mea d’Ora (1983-91) zu gründen und ethnologisch-musikalische Nachforschungen im Locarnese zu betreiben. 10 Jahre arbeitet er als selbstständiger Schreiner, dann hängt er 1989 seinen Beruf an den Nagel, um sich ganz der Musik widmen zu können. Befasst sich je länger je intensiver mit dem Organetto, auf dem er nach neuen didaktischen Lösungen und Ausdrucksformen sucht. Erweckt dieses fast vergessene Instrument wieder zu neuem Leben und trägt massgeblich dazu bei, dass das Organetto (Grossvater des Akkordeons) im Tessin wieder gespielt wird. 1989 entsteht auch unter seiner Leitung (später zusammen mit Esther Rietschin) der Frauenchor Maggia, der bis März 2013 aktiv ist. Besucht Kurse an der Accademia di Musica (heute Konservatorium) in Lugano und an der Scuola di Musica Moderna (Schule für Moderne Musik) in Lugano. Ist von 1990-1994 freier Mitarbeiter (Bühnenmusiker und Schauspieler) der Compagnia Teatro Paravento in Locarno, wo er Esther Rietschin kennenlernt. Aus dieser Begegnung entspringt Vent Negru. 1993 gründet er zusammen mit Vincenzo Caglioti (Musiker der Mailänder Gruppe Barabàn) das Organetto-Duo Ghamdanà. Seine Leidenschaft für das Organetto lässt ihn 2005 die Kurse "accordéon: réparation et accordage" am ITEMM - Institut Téchnologique Européen des Métiers de la Musique in Le Mans (F) besuchen. 2014 gründet er zusammen mit dem Tessiner Jungtalent Giordano Bisi-Giottonini das Organetto-Duo Aria Fina.

Zusammenarbeit:

Schreinerei, Bühnenbild,Technik:
- Teatro della Svizzera Italiana (1983): Peter Bissegger und Mario Bissegger für "Omobono e gli Incendiari" von Max Frisch

Musik (Gruppen, Konzerte, Tournées, Aufnahmen, Radio-und TV-Auftritte):
- Mea d'Ora (1983-1991): Ilario Garbani-Marcantini, Barbara Bollin, Patrizio Colto, Rolando Grütter, Gabriele Martini
- Lyonesse (1983-1984) Musik aus Frankreich, Quebec und Louisiana: Mireille Ben, Lili Ben und Pietro Bianchi
- Scuola di Musica Popolare dell' ACP (Ass. Cultura Pop. V. Verzasca) (1990-1996)
- Dargo Raimondi, Giulio Venier, Roberto Maggini, Giordano Morettini e Stefano Fedele (Duo di Morcote), Mo. Giovanni Galfetti, Stefan Früh, Ivo Maggetti ...
- Kunstmaler Giancarlo Bisi für "Quasi come se..." (1996)
- Marco Zappa, Renata Stavrakakis und Ginger Poggi für "Al temp al passa" (2011-2012)

Theater, Schauspiel, Musik:
- Compagnia Teatro Paravento, Locarno (1990-1994) für "Dan Auta", "Il Compleanno della Signora" von Miguel Angel Cienfuegos, "La Compagnia Cavalier Rivalta prova Arlecchino, servitore di due padroni" (C. Goldoni), Regie: Alessandro Marchetti
- Marino Cattaneo für das Theaterstück für einen Geschichtensänger Tortoglio, il Paese scomparso del Malcantone frei nach der gleichnamigen Erzählung von Marino Cattaneo (patrocinato dalla Regione Malcantone - prog. Interreg.3A - Città del Castagno, 2003).

Kompositionen Bühnenmusik:
- Compagnia Teatro Paravento, Locarno für die Theaterstücke "Arlecchino vien dal Mare" (2000), "Juan Darièn" (2003) und "Michele e il Cerchio di Gesso" frei nach Li-Hing Tao und B. Brecht (2007)

Beratung Bühnenmusik:
- Compagnia Teatro Paravento für "Ruzante - dietro front" (2004), Compagnia Nicole & Martin, Losone für "La fanciulla senza mani" (2011) und "Gian di Ferro" (2015)

 Esther Rietschin

Gesang, Alt-und Sopransaxophon, Akkordeon, Blockflöten, Piva, Okarina und Perkussion

Bewegung und Musik ... Stammt aus Basel. Folgt als Kind und Jugendliche einer Basler Tradition: lernt Piccolo spielen und wird aktive Fasnächtlerin. Zwischen den Fasnachten und neben der Schule spielt sie Klavier, Orgel und Gitarre, singt und tanzt. Wird Sport-und Gymnastiklehrerin (Ellen Cleve Schule, Kiel 1973-1976), Lehrerin für musikalische Früherziehung (Musik Akademie von Basel 1977-1979) und Schauspielerin für ein Theater, in dem Bewegung und Musik dem gesprochenen Wort gleichgestellt sind (Ecole Jacques Lecoq Paris 1976-1977 und Scuola Teatro Dimitri Verscio 1979-1982). Ist Bühnenmusikerin in zwei Produktionen des Théâtre Kléber-Méleau in Lausanne und von 1983-1986 Mitglied der Compagnia Teatro Dimitri. Danach freischaffend. Unterrichtet Bewegtes, Musikalisches und Theatralisches. Produziert und spielt 1988-1989 das Stück für eine Frau "Mitten in einem Zimmer" von Luisella Sala unter der Regie von Jordy Haderek. Ist von 1990-1994 freie Mitarbeiterin (Schauspielerin und Bühnenmusikerin) der Compagnia Teatro Paravento in Locarno, wo sie Mauro Garbani kennenlernt. Sie hört eines der letzten Konzerte der Gruppe Mea d'Ora (1991) und ist tief berührt von dieser für sie bis anhin unbekannten Musik. Das Archaische, das Authentische ist es, was sie berührt, bewegt und interessiert. Seither arbeitet sie mit Leidenschaft zusammen mit Mauro Garbani an der Erhaltung und Verbreitung der musikalischen Tradition des Tessins und leistet mit ihren Arrangements und Kompositionen einen persönlichen Beitrag.

Zusammenarbeit:

Bühnenmusik:
- Philippe Mentha für "Les Fourberies de Scapin" von Molière (1983) und "Les Dialogues d'Exilés" von B. Brecht (1989) am Théatre Kléber-Méleau, Lausanne

Choreographie:
- Ursina Gregori und Markus Zohner für "Palpitation" (1987), Regie: Alessandro Marchetti

Akrobatik-Choreographie:
- Dieter Löbach für "Die gelähmte Akrobatin" in "Mélodies du Malheur" von Jerôme Savary (1987), Stadttheather Aachen (D)

Bewegung-Choreographie:
- Andreas Prohaska für "Die Hamletmaschine" von Heiner Müller mit der Musik von Wolfgang Rihm (1987), Freiburger Theater (D)

Pantomime-Choreographie:
- Peter Stolzenberg für "Biste für, biste gegen...? Zu Lebzeiten Friedrich Eberts" (1989), Theater der Stadt Heidelberg (D)

Theater-Musik-Choreographie:
- Compagnia Teatro Dimitri, Verscio: Richard Weber für "Boulevard du Temple" (1983), Dimitri für "Il Drago Mangiafragole" (1983) und "Ma non fate stupidate" (1984), Hans Peter Fitzi für "Capitombola" (1985), Basler Theater, basel sinfonietta (Dir. Jost Meier) und Dimitri für "L'Histoire du Soldat" von Strawinski/Ramuz/Matter (1986) 
- Compagnia Teatro Paravento, Locarno: Miguel A. Cienfuegos für "Dan Auta" (1990), "Il Compleanno della Signora" (1991) und Alessandro Marchetti für "La Compagnia Cavalier Rivalta prova: Arlecchino, Servitore di due Padroni" von C. Goldoni (1992)

 

Mattia Miranda

Gesang, Gitarre, Organetto, Mandoline,
Handpan "Hang"

Mattia Mirenda ist von Beruf Physiotherapeut und Amateur-Musiker mit Tessiner und San Fratellaner (Sizilien) Wurzeln. Seine Leidenschaft für die Musik entfacht sich in der Primarschule, als sein Lehrer einige Schulstunden der Geschichte des Rocks widmet. 2006 beginnt er Gitarre zu spielen und besucht für kurze Zeit die Scuola di Musica Moderna (SMUM) in Lugano.  Dann geht sein musikalisches Selbststudium weiter durch die verschiedensten Stil-Richtungen. Aus seinem persönlichen Folk-Liedermacher-Projekt Miré entsteht 2015 die erste selbstproduzierte CD "...realtà?". Parallel zu seinem Musikstudium vertieft und kultiviert er sein Interesse für die eigen kulturellen Wurzeln vor allem im Bereich der Musik. Im Januar 2016 nähert er sich dem Organetto, dem diatonischen Akkordeon, und im März beginnt er bei Mauro Garbani Organetto-Stunden zu nehmen. Im Herbst 2017 startet das Abenteuer mit Vent Negru. Zur Zeit erlangt er den Master in Musiktherapie am HMI (Helvetic Music Institute) in Bellinzona.

Zusammenarbeit:

Musik:
- Lolowai (2007 - 2012)
- Polvere e Castelli (2011)
- Malagorà (2013 - 2014)
- Charlie Roe & the Washing Machine (2014)
- Miré (seit 2014 )
- Spinning Jamy (2015 - 2016)

Filmmusik:
- “…e stanno a guardare” für den Film Il giro del mondo in 80 minuti von Francesco Lubinu (2015)

Aktivitäten:
- Einführung der Handpan ("Hang") für Klassen der Mittelschulen in Lugano (Juni 2017)
- Einführung des Organettos für die Klassen der Mittelschulen in Agno (November 2017)

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